Vormiete war schon zu hoch — gilt die Mietpreisbremse trotzdem?
Der Vermieter rechtfertigt deine hohe Miete mit der Vormiete? "Das haben die Vormieter auch schon bezahlt", heißt es dann. Was viele nicht wissen: Eine überhöhte Vormiete macht eine überhöhte Miete nicht legal. Die Mietpreisbremse gilt trotzdem — und das ist auch richtig so.
Tausende Berliner Mieter zahlen zu viel, weil sie glauben, eine hohe Vormiete würde ihre eigene hohe Miete rechtfertigen. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn schon die Vormiete rechtswidrig war, dann ist deine Miete es meist auch. Zeit, das zu ändern.
WAS ERLAUBT IST
Das Gesetz ist eindeutig: Die Mietpreisbremse gilt unabhängig davon, wie hoch die Vormiete war. §556e BGB regelt klar, wann die Vormiete als Begründung für eine höhere Miete herangezogen werden darf.
Die Vormiete darf nur dann als Begründung dienen, wenn sie selbst rechtmäßig war. Eine rechtswidrig überhöhte Vormiete rechtfertigt keine rechtswidrig überhöhte Nachmiete.
Die Vormiete darf nur in zwei Fällen übernommen werden: bei umfassender Modernisierung (mindestens ein Drittel der Herstellungskosten eines Neubaus) oder bei Erstvermietung nach 2014. In allen anderen Fällen gilt die ortsübliche Vergleichsmiete plus maximal 10 Prozent — egal, was der Vormieter gezahlt hat.
§556d BGB macht keine Ausnahme für hohe Vormieten. Die Obergrenze der Mietpreisbremse berechnet sich immer aus dem Berliner Mietspiegel, nicht aus der Vormiete.
WAS DAS FÜR DICH BEDEUTET
Deine Miete ist nicht deshalb legal, weil sie der Vormiete entspricht. Wenn beide Mieten über der erlaubten Obergrenze liegen, sind beide rechtswidrig. Du hast das Recht auf eine Mietsenkung — auch wenn der Vormieter zu viel gezahlt hat.
Rechenbeispiel aus Neukölln: Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt bei 8,50 Euro pro Quadratmeter. Die erlaubte Obergrenze sind damit 9,35 Euro. Wenn die Vormiete 11 Euro betrug und deine Miete ebenfalls 11 Euro beträgt, sind beide Mieten rechtswidrig. Deine rechtmäßige Miete liegt bei maximal 9,35 Euro.
Die Ersparnis kann erheblich sein: Bei 70 Quadratmetern sparst du monatlich 115,50 Euro — das sind fast 1.400 Euro pro Jahr. Rückwirkend kannst du bis zu 30 Monate zu viel gezahlte Miete zurückfordern, wenn du rechtzeitig ein Rügeschreiben verschickt hast.
SCHRITT FÜR SCHRITT
Lass deine Miete kostenlos prüfen. Mila vergleicht deine Miete mit der ortsüblichen Vergleichsmiete und berechnet deine rechtmäßige Miete. Auch wenn die Vormiete hoch war — das spielt keine Rolle.
Mila erklärt dir, warum deine Miete zu hoch ist und welche Rechte du hast. Die Vormiete ist nur dann relevant, wenn sie selbst rechtmäßig war. In den meisten Fällen war sie es nicht.
Mila verschickt das Rügeschreiben an deinen Vermieter. Dabei wird klar gestellt: Eine überhöhte Vormiete rechtfertigt keine überhöhte Nachmiete. Das Gesetz ist eindeutig.
Mila verhandelt mit deinem Vermieter und setzt deine Mietsenkung durch. Du zahlst dauerhaft weniger — unabhängig davon, was der Vormieter gezahlt hat.