Der Fall, der noch keine Schublade hat.Die teuerste halbe Stunde der Woche ist die, in der Sie herausfinden, worum es überhaupt geht.
Eine Anfrage kommt rein: drei Absätze, zwei Anlagen, kein erkennbarer Anspruch. Bevor irgendetwas geprüft werden kann, muss jemand entscheiden, was das eigentlich ist — und ob es sich lohnt. Diese halbe Stunde ist vorbei, bevor Sie die Nachricht das erste Mal öffnen. Das ist geschehen, bevor Sie die Akte zum ersten Mal öffnen — geprüft gegen 1.320 Entscheidungen zu den einschlägigen Normen, mit Fundstellen und fertigem Entwurf. Sie lesen, Sie geben frei.
Was reinkommt, ist selten sortiert.
Mandanten erzählen chronologisch, nicht juristisch. Die Einordnung ist Arbeit, bevor die Arbeit anfängt.
Die Anfrage, wie sie hereinkommt — schon eingeordnet.
Drei Absätze, vier Anlagen, drei Themen durcheinander. Die Anmerkungen sagen, was davon ein Fall ist und was eine Notiz.
Guten Tag, ich wohne seit 2018 in meiner Wohnung in Berlin-Wedding und habe im Dezember die Nebenkostenabrechnung für 2024 bekommen. Ich soll 890 Euro nachzahlen, das kommt mir sehr viel vor.
Die Abrechnung kam am 14. Dezember mit der Post. Ich habe sie erst im Januar aufgemacht, weil ich über die Feiertage weg war.
Außerdem tropft seit dem Sommer der Wasserhahn im Bad, und mein Nachbar hat mir erzählt, dass die Miete hier eigentlich zu hoch ist. Können Sie das auch prüfen?
Anlagen: Nebenkostenabrechnung 2024.pdf · Foto Wasserhahn.jpg · Foto Wasserhahn 2.jpg · Screenshot Kontoauszug.png
Einordnen ist etwas anderes als bewerten.
Diese Fallart macht genau eines von beidem. Das ist keine Beschränkung, sondern der Grund, warum sie ungefragt laufen darf.
Die teuerste halbe Stunde der Woche ist die vor der eigentlichen Arbeit.
Das Ergebnis ändert sich nicht — das Sortieren ist nur schon passiert, wenn Sie die Anfrage öffnen. Die juristische Verantwortung bleibt, wo sie hingehört.
Der Unterschied zeigt sich nicht bei einer Anfrage, sondern bei vierzig in der Woche — und vor allem bei denen, aus denen kein Mandat wird. Die kosten heute genauso viel wie die anderen.
Die Antwort kommt am selben Tag.
Nicht die Einschätzung — die Rückfrage. Und zwar die richtige, statt „bitte reichen Sie alles ein".
Diese Fallart ordnet ein. Sie beurteilt nicht.
Gerade weil sie ungefragt und vor Ihrer ersten Sichtung läuft, ist die Grenze hier enger gezogen als überall sonst.
Vier Fragen zur Fallart ohne eigene Normen.
Sie ist der Trichter vor den anderen vierzehn — und genau deshalb anders gebaut.
Wohin die Einordnung führt.
Am Ende der Einordnung steht immer eine konkrete Fallart. Das sind die drei häufigsten.
Alle siebzehn Fallarten laufen auf derselben Akte, demselben Corpus und derselben Freigabe durch Sie. Übersicht aller Fallarten
389 von Regionalgerichten
Mila zitiert nur aus dem Corpus
Ein generisches Sprachmodell erfindet Aktenzeichen, die plausibel klingen und nicht existieren. Mila kann das nicht: Was nicht im geprüften Corpus steht, wird nicht zitiert — die Prüfung läuft vor dem Rendern, nicht danach. Corpus ansehen
Die Einordnung ist keine juristische Leistung. Sie kostet trotzdem Zeit.
Genau deshalb gehört sie zu dem, was zuerst abgegeben werden kann. Sechzehn weitere Fallarten laufen auf derselben Akte.