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Fallarten · Allgemeine Fallprüfung

Der Fall, der noch keine Schublade hat.Die teuerste halbe Stunde der Woche ist die, in der Sie herausfinden, worum es überhaupt geht.

Eine Anfrage kommt rein: drei Absätze, zwei Anlagen, kein erkennbarer Anspruch. Bevor irgendetwas geprüft werden kann, muss jemand entscheiden, was das eigentlich ist — und ob es sich lohnt. Diese halbe Stunde ist vorbei, bevor Sie die Nachricht das erste Mal öffnen. Das ist geschehen, bevor Sie die Akte zum ersten Mal öffnen — geprüft gegen 1.320 Entscheidungen zu den einschlägigen Normen, mit Fundstellen und fertigem Entwurf. Sie lesen, Sie geben frei.

Aktenzeichen-Kürzel AF
Rechtsgrundlage fallabhängig — die Einordnung ist das Ergebnis
Status produktiv
Der Fall

Was reinkommt, ist selten sortiert.

Mandanten erzählen chronologisch, nicht juristisch. Die Einordnung ist Arbeit, bevor die Arbeit anfängt.

Was der Mandant mitbringt
Eine Schilderung, die beim Einzug beginnt
Zwei bis fünf Anlagen ohne Bezug zueinander
Mehrere Themen gleichzeitig: Miete, Schimmel, Nachbarn, Abrechnung
Die Frage „Habe ich überhaupt eine Chance?"
Was fehlt — und erfragt werden muss
Welcher Anspruch überhaupt im Raum steht
Ob Fristen laufen — und welche zuerst
Welche Unterlagen für eine Einschätzung nötig sind
Ob sich der Fall wirtschaftlich trägt
Die Akte beim ersten Öffnen

Die Anfrage, wie sie hereinkommt — schon eingeordnet.

Drei Absätze, vier Anlagen, drei Themen durcheinander. Die Anmerkungen sagen, was davon ein Fall ist und was eine Notiz.

Erstanfrage vom 11.02.2026 · Kontaktformular · 4 Anlagengelesen bei Eingang · AF-2026-0206

Guten Tag, ich wohne seit 2018 in meiner Wohnung in Berlin-Wedding und habe im Dezember die Nebenkostenabrechnung für 2024 bekommen. Ich soll 890 Euro nachzahlen, das kommt mir sehr viel vor.

Die Abrechnung kam am 14. Dezember mit der Post. Ich habe sie erst im Januar aufgemacht, weil ich über die Feiertage weg war.

Außerdem tropft seit dem Sommer der Wasserhahn im Bad, und mein Nachbar hat mir erzählt, dass die Miete hier eigentlich zu hoch ist. Können Sie das auch prüfen?

Anlagen: Nebenkostenabrechnung 2024.pdf · Foto Wasserhahn.jpg · Foto Wasserhahn 2.jpg · Screenshot Kontoauszug.png

Einschlägig: Nebenkosten-Rückforderung
Das ist der einzige Punkt der Anfrage, zu dem belastbare Unterlagen vorliegen — die Abrechnung ist als PDF angehängt. Vorschlag: die Akte als Nebenkosten-Rückforderung anlegen und die übrigen Themen als Notiz führen, statt drei halbfertige Fälle zu eröffnen.
Zwei Fristen laufen bereits
Der Zugang am 14.12.2025 ist der Anker: die Abrechnungsfrist des Vermieters für 2024 war damit gewahrt, und die Einwendungsfrist des Mandanten nach § 556 Abs. 3 Satz 5 BGB endet am 31.12.2026. Noch Zeit, aber terminiert — beide Daten stehen im Kalender, bevor die Akte überhaupt zugeordnet ist.
Zwei weitere Themen, keines davon entscheidungsreif
Der tropfende Wasserhahn ist ohne Anzeigezeitpunkt und ohne Fotodatum kein Fall, sondern ein Hinweis. Die Miethöhe ist ohne Mietvertrag nicht einmal grob einzuordnen. Beides ist als Notiz erfasst und taucht wieder auf, sobald die fehlenden Unterlagen da sind — verloren geht es nicht.
Zwei Unterlagen fehlen — Anforderung liegt bereit
Mietvertrag und Vorjahresabrechnung sind nicht dabei. Ohne den Vertrag ist nicht einmal geklärt, ob überhaupt eine wirksame Umlagevereinbarung besteht; ohne die Vorjahresabrechnung lässt sich der Umlageschlüssel nicht vergleichen. Die Anforderung ist vorformuliert und wartet auf Ihre Freigabe.
Vorschlag: als Nebenkosten-Rückforderung anlegen · 2 Fristen erfasst · 2 Unterlagen angefordertPrüfen und freigeben →
Der Unterschied, an dem Fälle kippen

Einordnen ist etwas anderes als bewerten.

Diese Fallart macht genau eines von beidem. Das ist keine Beschränkung, sondern der Grund, warum sie ungefragt laufen darf.

Was Mila tut
Einordnung
01Liest Anfrage und Anlagen und benennt das tragende Thema
02Schlägt eine Fallart vor und begründet den Vorschlag
03Erfasst jede erkennbare Frist mit Anker und Stichtag
04Listet auf, welche Unterlagen fehlen, und formuliert die Anforderung
05Führt Nebenthemen als Notiz weiter, statt sie zu verlieren
Was in der Kanzlei bleibt
Bewertung
01Ob das Mandat angenommen wird
02Ob sich der Aufwand gegen den Streitwert lohnt
03Welches Thema bei mehreren Priorität hat
04Jede Aussage zur Erfolgsaussicht — auch als Zwischenstand
05Jede Nachricht, die den Mandanten erreicht
Die Rechnung

Die teuerste halbe Stunde der Woche ist die vor der eigentlichen Arbeit.

Das Ergebnis ändert sich nicht — das Sortieren ist nur schon passiert, wenn Sie die Anfrage öffnen. Die juristische Verantwortung bleibt, wo sie hingehört.

Ohne Mila
Eine halbe Stunde
Anfrage lesen, vier Anlagen sichten, das tragende Thema von den Nebenthemen trennen, Fristen aus den Daten herleiten, fehlende Unterlagen bestimmen, Rückfrage formulieren — und das pro Anfrage, auch bei denen, aus denen nichts wird.
Mit Mila
Schon erledigt
Vorschlag mit Begründung, zwei Fristen im Kalender, zwei Anforderungen im Entwurf. Bleiben zwei Minuten: Fallart bestätigen, Rückfrage freigeben.

Der Unterschied zeigt sich nicht bei einer Anfrage, sondern bei vierzig in der Woche — und vor allem bei denen, aus denen kein Mandat wird. Die kosten heute genauso viel wie die anderen.

Zwei Flächen, ein Fall

Die Antwort kommt am selben Tag.

Nicht die Einschätzung — die Rückfrage. Und zwar die richtige, statt „bitte reichen Sie alles ein".

Was Sie sehen
Vorgeschlagene Fallart mit Begründung
Erkannte Fristen
Fehlende Unterlagen, benannt
Die übrigen Themen als Notiz
Ein Klick zum Anlegen der Akte
Was Ihr Mandant sieht
Dass seine Anfrage angekommen ist
Welche zwei Unterlagen fehlen
Dass eine Frist erfasst wurde
Keine Einschätzung vor Ihrer Freigabe

Diese Fallart ordnet ein. Sie beurteilt nicht.

Gerade weil sie ungefragt und vor Ihrer ersten Sichtung läuft, ist die Grenze hier enger gezogen als überall sonst.

Ob ein Mandat angenommen wird, entscheiden Sie. Mila liefert die Grundlage dafür — Thema, Fristen, fehlende Unterlagen — und keine Empfehlung.
Die vorgeschlagene Fallart ist ein Vorschlag mit Begründung. Bei mehreren Themen liegt die Priorisierung bei Ihnen, und Nebenthemen bleiben als Notiz erhalten, statt stillschweigend zu verschwinden.
Zur Erfolgsaussicht sagt diese Fallart nichts. Sie hat keine eigenen Normen, gegen die sie prüfen könnte — das übernimmt die Fallart, in die der Vorgang danach läuft.
Keine Einschätzung erreicht den Mandanten, bevor Sie sie freigegeben haben — auch nicht als Zwischenstand und auch nicht als Eingangsbestätigung mit Inhalt.
Häufige Fragen

Vier Fragen zur Fallart ohne eigene Normen.

Sie ist der Trichter vor den anderen vierzehn — und genau deshalb anders gebaut.

Warum hat diese Seite keine Prüfliste?
Weil diese Fallart keine eigenen Normen hat. Sie ordnet einen Sachverhalt einer Fallart zu; geprüft wird dann dort, gegen die Normen, auf denen jene steht. Eine Prüfliste hier wäre eine, die nichts prüft.
Was passiert mit den Themen, die nicht der Hauptfall sind?
Sie werden als Notiz an der Akte geführt und tauchen wieder auf, sobald die fehlenden Unterlagen eintreffen. Drei halbfertige Fälle zu eröffnen ist teurer als einer mit zwei Notizen.
Sagt Mila, ob sich das Mandat lohnt?
Nein. Sie benennt Thema, Fristen und Lücken. Die Entscheidung über Annahme und Priorisierung ist anwaltlich und bleibt in der Kanzlei — auch dann, wenn die Einordnung eindeutig ist.
Bekommt der Mandant eine Antwort, bevor wir hingesehen haben?
Nein. Keine inhaltliche Nachricht verlässt die Kanzlei ohne Freigabe. Der Mandant sieht, dass seine Anfrage angekommen ist und welche Unterlagen fehlen — mehr nicht.
Verwandte Fallarten

Wohin die Einordnung führt.

Am Ende der Einordnung steht immer eine konkrete Fallart. Das sind die drei häufigsten.

Alle siebzehn Fallarten laufen auf derselben Akte, demselben Corpus und derselben Freigabe durch Sie. Übersicht aller Fallarten

1.320
geprüfte Entscheidungen im Mietrechts-Corpus — diese Fallart prüft gegen den gesamten Bestand
733
davon vom Bundesgerichtshof
389 von Regionalgerichten
0
erfundene Aktenzeichen
Mila zitiert nur aus dem Corpus

Ein generisches Sprachmodell erfindet Aktenzeichen, die plausibel klingen und nicht existieren. Mila kann das nicht: Was nicht im geprüften Corpus steht, wird nicht zitiert — die Prüfung läuft vor dem Rendern, nicht danach. Corpus ansehen

Die Einordnung ist keine juristische Leistung. Sie kostet trotzdem Zeit.

Genau deshalb gehört sie zu dem, was zuerst abgegeben werden kann. Sechzehn weitere Fallarten laufen auf derselben Akte.