ProduktMietpreisbremseSicherheitRechtsprechungCorpusDenkenLoginDemo →
Fallarten · Mahnung

Eine Forderung ist eine Behauptung, bis jemand nachrechnet.Was verjährt ist, wird nicht verhandelt. Es wird eingewendet.

Der Vermieter mahnt einen Rückstand an, der sich über Jahre aufgebaut hat. Ein Teil davon existiert nicht, ein Teil ist verjährt, und ein Teil ist berechtigt. Die drei zu trennen ist Rechenarbeit, keine Rechtsfrage — und sie ist gemacht, bevor die Aufstellung auf Ihrem Schreibtisch liegt. Das ist geschehen, bevor Sie die Akte zum ersten Mal öffnen — geprüft gegen 94 Entscheidungen zu den einschlägigen Normen, mit Fundstellen und fertigem Entwurf. Sie lesen, Sie geben frei.

Aktenzeichen-Kürzel MB
Rechtsgrundlage § 286 BGB · § 288 BGB · § 195 BGB · § 199 BGB
Status produktiv
Die Zahlen

Die Forderung, Position für Position, mit Verjährungsstand.

Mila liest die Aufstellung als Tabelle aus, ordnet jede Position ihrem Entstehungsjahr zu und prüft sie gegen die Regelverjährung.

ZeitraumGefordertDurchsetzbarStatus
20211.340,000,00verjährt
2022680,000,00verjährt
2023410,00410,00offen
20241.180,001.180,00offen
2025590,00590,00offen
Durchsetzbar statt 4.200,00 €2.180,00 €
Aus dem Tabellen-Parser, nicht aus dem Sprachmodell. Die Forderungsaufstellung wird strukturiert ausgelesen; Verjährung nach §§ 195, 199 BGB wird gerechnet, nicht geschätzt. Die Einrede muss erhoben werden — von selbst wirkt sie nicht.
Die Akte beim ersten Öffnen

Die Aufstellung, wie sie kommt — und wie sie sich rechnet.

Eine Zahlungsaufforderung ist eine Behauptung in Tabellenform. Die Anmerkungen stehen an den Zeilen, die nicht tragen.

Zahlungsaufforderung vom 22.01.2026 · Hausverwaltung Lembkegeprüft bei Eingang · MB-2026-0087

Sehr geehrte Frau Novak, ausweislich unseres Mietkontos besteht ein Gesamtrückstand von 4.200,00 EUR. Wir fordern Sie auf, den Betrag bis zum 05.02.2026 auszugleichen.

Der Rückstand setzt sich zusammen aus rückständigen Mieten der Jahre 2021 (1.340,00 EUR), 2022 (680,00 EUR), 2023 (410,00 EUR), 2024 (1.180,00 EUR) und 2025 (590,00 EUR).

Auf den vorgenannten Gesamtbetrag berechnen wir Verzugszinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 01.01.2022.

Zahlungseingänge wurden jeweils auf die zum Zeitpunkt des Eingangs laufende Miete verrechnet.

Ein Mietkonto ist kein Forderungsnachweis
Bezieht sich der Vermieter auf ein Mietkonto, in das Bruttomieten und damit auch Nebenkostenvorauszahlungen eingestellt sind, macht er ohne weitere Erklärung diese Ansprüche geltend — nicht Nachforderungen aus erteilten Abrechnungen (BGH VIII ZR 68/17). Welche Position gemeint ist, muss er sagen. Die Aufstellung ist angefordert.
2.020,00 EUR sind verjährt
Die Regelverjährung läuft drei Jahre ab Schluss des Jahres der Entstehung: für 2021 endete sie am 31.12.2024, für 2022 am 31.12.2025. Beide Jahrgänge sind nicht mehr durchsetzbar. Die Einrede ist in der Antwort ausdrücklich erhoben — ohne sie prüft das Gericht die Verjährung nicht.
Zinsen nur auf den durchsetzbaren Teil
Verzugszinsen nach § 288 Abs. 1 BGB können nur auf die durchsetzbare Hauptforderung verlangt werden, hier also auf 2.180,00 EUR statt auf 4.200,00 EUR. Zusätzlich zu prüfen: für 2021 und 2022 fehlt jeder Beleg einer Mahnung, und ohne Verzugseintritt nach § 286 BGB laufen von vornherein keine Zinsen.
Falsche Tilgungsreihenfolge
Die Mandantin hat 2023 zwei Zahlungen ohne Verwendungszweck geleistet. Ohne Tilgungsbestimmung gilt § 366 Abs. 2 BGB — im Zweifel wird die ältere Schuld zuerst getilgt. Richtig zugeordnet haben diese Zahlungen die Rückstände aus 2021 abgetragen; der heute noch offene Rest liegt damit niedriger, nicht höher.
Antwort mit Verjährungseinrede entworfen · Forderungsaufstellung angefordert · Zinsberechnung korrigiertPrüfen und freigeben →
Fristen

Verjährung läuft ab Jahresende, nicht ab Fälligkeit.

Das verschiebt den Stichtag um bis zu zwölf Monate — in beide Richtungen. Mila rechnet ihn je Position aus.

Fälligkeit
Miete wird fällig
Meist zum dritten Werktag des Monats. Ab hier entsteht der Anspruch.
31.12.
Verjährungsbeginn
Nach § 199 Abs. 1 BGB ab Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist.
+ 3 Jahre
Verjährung tritt ein
Regelverjährung nach § 195 BGB. Die Forderung erlischt nicht — sie wird nur nicht mehr durchsetzbar.
Einrede
Wirkt nur, wenn erhoben
Das Gericht prüft Verjährung nicht von Amts wegen. Wer schweigt, zahlt Verjährtes.
Was Mila prüft

Fünf Punkte zwischen Forderung und Zahlung.

Bei der Mahnung geht es selten um Recht und meistens um Arithmetik — genau deshalb wird sie selten geprüft.

01
Bestehen der Forderung§ 535 Abs. 2 BGB
Geprüft wird jede Position gegen die Zahlungshistorie. Der typische Fehler ist ein Saldo aus einem „Mietkonto", in das Brutto­mieten samt Nebenkostenvorauszahlungen eingestellt sind: bezieht sich der Vermieter darauf, macht er ohne weitere Erklärung diese Ansprüche geltend — und gerade nicht Nachforderungen aus erteilten Abrechnungen. Was sich nicht zuordnen lässt, wird markiert statt übernommen.
02
Verjährung§§ 195, 199 BGB
Geprüft wird der Stichtag je Position: drei Jahre ab Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Der typische Fehler ist, ab dem Fälligkeitsmonat zu rechnen — das verschiebt den Stichtag um bis zu zwölf Monate. Und die Einrede muss erhoben werden; von Amts wegen prüft das Gericht sie nicht.
03
Verzugseintritt§ 286 BGB
Geprüft wird, ob überhaupt Verzug eingetreten ist — durch Mahnung oder kalendermäßige Bestimmtheit der Leistungszeit. Der typische Fehler ist die Annahme, Verzug trete mit Fälligkeit ein. Ohne Verzug gibt es keine Verzugszinsen und keine Erstattung von Rechtsverfolgungskosten, egal wie hoch der Rückstand ist.
04
Verzugszinsen§ 288 Abs. 1 BGB
Geprüft wird die Zinsbasis. Fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, ab Verzugseintritt, und nur auf die durchsetzbare Hauptforderung. Der typische Fehler ist eine Zinsberechnung auf die Gesamtsumme einschließlich verjährter Anteile — bei mehrjährigen Rückständen macht das schnell dreistellige Beträge aus.
05
Tilgungsreihenfolge§ 366 Abs. 2 BGB
Geprüft wird, ob geleistete Zahlungen eine Tilgungsbestimmung trugen. Ohne sie wird nach der gesetzlichen Reihenfolge getilgt, im Zweifel die ältere Schuld zuerst. Der typische Fehler ist, spätere Zahlungen stillschweigend dem laufenden Monat zuzuschlagen — richtig zugeordnet tilgen sie oft gerade die Beträge, die heute verjährt wären, und verschieben den offenen Rest zugunsten des Mandanten.
Die Rechnung

Zweitausend Euro Unterschied, und keine einzige Rechtsfrage.

Das Ergebnis ändert sich nicht — die Arithmetik ist nur schon gemacht, wenn Sie die Aufstellung aufschlagen. Die juristische Verantwortung bleibt, wo sie hingehört.

Ohne Mila
Ein halber Tag
Die Forderungsaufstellung gegen fünf Jahre Zahlungshistorie stellen, je Position die Verjährung bestimmen, Zahlungen ohne Verwendungszweck neu zuordnen, die Zinsbasis korrigieren, Antwort schreiben.
Mit Mila
Schon erledigt
Die Positionen sind zugeordnet, die Stichtage gerechnet, die Antwort mit Verjährungseinrede liegt im Entwurf. Bleiben fünf Minuten: Einrede abwägen, freigeben.

Der Unterschied entsteht nicht durch ein besseres Argument, sondern dadurch, dass überhaupt jemand nachrechnet — und das lohnt sich erst, wenn es nichts kostet.

Rechtsprechung

Vier Entscheidungen — mehr trägt diese Fallart nicht, und das ist ehrlicher.

Die Mahnung streitet nicht, sie rechnet. Der Corpus hält über neunzig Entscheidungen zu diesen Normen; aufgeführt sind nur die vier, die tatsächlich einen der Prüfpunkte oben tragen.

BGH VIII ZR 68/17 · 21.03.2018
Bezieht sich der Vermieter bei der Geltendmachung von Mietrückständen auf ein Mietkonto, in das Bruttomieten eingestellt sind, macht er ohne weitere Erklärung diese Ansprüche geltend — und nicht Nachforderungen aus erteilten Nebenkostenabrechnungen."
✓ im Corpus, im Volltext
BGH VIII ZR 84/17 · 21.03.2018
Ein Klageantrag ist hinreichend bestimmt, wenn er den erhobenen Anspruch konkret bezeichnet, den Rahmen der Entscheidungsbefugnis absteckt und Gegenpartei wie Gericht ermöglicht, den geltend gemachten Anspruch klar zu erkennen."
✓ im Corpus, im Volltext
BGH VIII ZR 223/10 · 13.04.2011
Für das rechnerische Gesamtergebnis ist es unerheblich, wie einbehaltene Minderungsbeträge auf Nettomiete und Betriebskostenvorauszahlung angerechnet werden."
✓ im Corpus, im Volltext
BGH VIII ZR 375/21 · 12.07.2023
Der Auskunftsanspruch des Mieters nach § 556g Abs. 3 BGB verjährt in der regelmäßigen dreijährigen Frist des § 195 BGB, die abweichend von § 199 Abs. 1 BGB erst mit dem Auskunftsverlangen beginnt."
✓ im Corpus, im Volltext
→ seitlich scrollen

Rechnen ist mechanisch. Die Einrede ist eine Entscheidung.

Rechnen ist mechanisch. Die Einrede ist eine Entscheidung.

Ob die Verjährungseinrede erhoben wird, entscheiden Sie mit dem Mandanten — sie kann eine Verhandlungslösung verbauen.
Ob eine Zahlung eine Tilgungsbestimmung enthielt, ist Auslegung. Mila legt die Zahlungen vor, nicht die Auslegung.
Ob sich der Streit über 400 € lohnt, ist keine Rechtsfrage.
Häufige Fragen

Vier Fragen zu einer Aufstellung, die niemand nachrechnet.

Kurz beantwortet — jede Antwort steht auf einer Norm oder einer Entscheidung von dieser Seite.

Wann verjähren Mietforderungen?
Drei Jahre, gerechnet ab Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist — §§ 195, 199 BGB. Das verschiebt den Stichtag gegenüber der Fälligkeit um bis zu zwölf Monate.
Wirkt Verjährung automatisch?
Nein. Das Gericht prüft sie nicht von Amts wegen. Wer die Einrede nicht erhebt, zahlt Verjährtes — und kann es danach nicht zurückfordern.
Auf welche Schuld wird eine Zahlung angerechnet?
Ohne Tilgungsbestimmung nach § 366 Abs. 2 BGB im Zweifel zuerst auf die ältere Schuld. Das verschiebt den offenen Betrag regelmäßig zugunsten des Mieters, weil die alten Jahrgänge sonst stehen bleiben und verjähren.
Reicht ein Saldo aus dem Mietkonto?
Als Behauptung ja, als Nachweis nicht. Wer sich auf ein Mietkonto mit Bruttomieten bezieht, macht damit diese Ansprüche geltend und nicht Nachforderungen aus Abrechnungen (BGH VIII ZR 68/17) — welche Position gemeint ist, muss er sagen.
Verwandte Fallarten

Was hinter der Forderung steht.

Eine Zahlungsaufforderung kommt selten allein — und was sie fordert, entscheidet sich in drei anderen Fallarten.

Alle siebzehn Fallarten laufen auf derselben Akte, demselben Corpus und derselben Freigabe durch Sie. Übersicht aller Fallarten

94
Entscheidungen zu den Normen, auf denen diese Fallart steht
38
davon vom Bundesgerichtshof
56 von Regionalgerichten
17.12.25
Datum der jüngsten Entscheidung
im Corpus zu diesen Normen
0
erfundene Aktenzeichen
Mila zitiert nur aus dem Corpus

Ein generisches Sprachmodell erfindet Aktenzeichen, die plausibel klingen und nicht existieren. Mila kann das nicht: Was nicht im geprüften Corpus steht, wird nicht zitiert — die Prüfung läuft vor dem Rendern, nicht danach. Corpus ansehen

Zweitausend Euro Unterschied, und keine einzige Rechtsfrage.

Die Mahnung ist die Fallart, bei der Nachrechnen den ganzen Unterschied macht — und die deshalb am seltensten nachgerechnet wird. Sechzehn weitere Fallarten laufen auf derselben Akte.