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Fallarten · Zahlungsnachweise

Die Fallart, die keine Rechtsfrage kennt.Wer gezahlt hat, muss es beweisen. Achtzehn Kontoauszüge sagen das nicht von selbst.

Der Mandant bringt einen Stapel PDFs und die Überzeugung, immer pünktlich gezahlt zu haben. Der Vermieter behauptet das Gegenteil. Entschieden wird es nicht durch Auslegung, sondern durch eine Tabelle — und die steht, bevor jemand den ersten Auszug öffnet. Das ist geschehen, bevor Sie die Akte zum ersten Mal öffnen — geprüft gegen 117 Entscheidungen zu den einschlägigen Normen, mit Fundstellen und fertigem Entwurf. Sie lesen, Sie geben frei.

Aktenzeichen-Kürzel ZN
Rechtsgrundlage § 535 Abs. 2 BGB · § 366 BGB · § 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB
Status produktiv
Die Zahlen

Monat für Monat, Soll gegen Ist.

Mila liest die Kontoauszüge strukturiert aus, ordnet jede Zahlung ihrem Monat zu und weist aus, wo etwas fehlt — und wo zu viel gezahlt wurde.

MonatSollGezahltDifferenz
08/20251.040,001.040,000,00
09/20251.040,001.040,000,00
10/20251.040,00520,00520,00
11/20251.040,001.560,00−520,00
12/20251.040,000,001.040,00
01/20261.040,001.040,000,00
Tatsächlicher Rückstand1.040,00 €
Aus dem Tabellen-Parser, nicht aus dem Sprachmodell. Die Auszüge werden strukturiert ausgelesen und den Monaten zugeordnet; das Modell kommt an die Zahlen nicht heran. Die Nachzahlung im November gleicht den Oktober aus — im Kündigungsschreiben stand beides als Rückstand.
Die Akte beim ersten Öffnen

Achtzehn Auszüge, und der entscheidende Eingang steht auf Seite elf.

Auch ein Kontoauszug ist ein Dokument, das sich annotieren lässt. Die Beträge kommen aus dem Tabellen-Parser; das Sprachmodell schreibt sie nicht ab.

Kontoauszug 11/2025 · Auszug 14 von 18geprüft bei Eingang · ZN-2026-0112

03.11.2025 · Dauerauftrag Miete Sonnenallee · 1.560,00 EUR · Empfänger: Immobilien Verwaltungs GmbH · Verwendungszweck: Miete 11/2025

05.11.2025 · Gutschrift · 720,00 EUR · Auftraggeber: Jobcenter Berlin Neukölln · Verwendungszweck: KdU 11/2025 BG-Nr. 0847...

18.11.2025 · Überweisung · 210,00 EUR · Empfänger: Immobilien Verwaltungs GmbH · Verwendungszweck: (kein Eintrag)

Auszug 15 von 18 · Zeitraum 01.12.2025 bis 31.12.2025 · in der Akte nicht vorhanden

Deckt auch die offene Hälfte aus Oktober
Die Monatsmiete beträgt 1.180,00 EUR; hier gehen 1.560,00 EUR ein. Die Differenz von 380,00 EUR entspricht genau dem offenen Rest aus Oktober. Im Kündigungsschreiben werden Oktober und November beide als vollständig rückständig geführt — das ist der Kern der Verteidigung.
Direktzahlung, die in keiner Aufstellung auftaucht
Die Leistung für Unterkunft und Heizung wurde direkt an den Vermieter überwiesen — die Gutschrift auf dem Mandantenkonto ist die Weiterleitung. Zahlungen Dritter nach § 267 BGB wirken schuldtilgend. In der Forderungsaufstellung der Gegenseite fehlt dieser Eingang; der Vermieter konnte ihn dem Mietkonto nicht zuordnen.
Ohne Tilgungsbestimmung greift § 366 Abs. 2 BGB
Der Mandant erinnert sich, damit „was Altes" ausgeglichen zu haben. Ohne Bestimmung gilt die gesetzliche Reihenfolge — im Zweifel die ältere Schuld zuerst. Die Zuordnung ist markiert und nicht entschieden: ob im Einzelfall eine konkludente Bestimmung vorlag, ist Auslegung und Ihre Entscheidung.
Zwei Monate fehlen — ausdrücklich markiert
Für Dezember 2025 und Januar 2026 liegt kein Auszug vor. Die Auswertung überspringt sie nicht stillschweigend, sondern führt sie als Lücke: eine Beweismittelaufstellung mit unerkannter Lücke ist gefährlicher als eine mit bekannter. Die Anforderung an den Mandanten ist erstellt.
Beweismittelaufstellung erstellt · 2 Monate ohne Beleg markiert · 1 Zuordnung offenPrüfen und freigeben →
Was Mila prüft

Vier Punkte, die aus Belegen ein Beweismittel machen.

Die Auswertung ist nur so gut wie die Zuordnung. Genau dort entstehen die Fehler, die später als Rückstand auftauchen.

01
Zuordnung zum Monat§ 366 BGB
Geprüft wird, ob eine Zahlung eine Tilgungsbestimmung trug. Ohne sie tilgt sie nicht automatisch den laufenden Monat; es gilt die gesetzliche Reihenfolge des § 366 Abs. 2 BGB. Der typische Fehler entsteht auf Vermieterseite bei der Kontoführung: jede Zahlung wird dem Eingangsmonat zugeschlagen, und der alte Rückstand bleibt als Bodensatz stehen — obwohl er längst getilgt war.
02
Vollständigkeit des Zeitraums
Geprüft wird, welche Monate belegt sind und welche fehlen. Der typische Fehler ist das stillschweigende Überspringen: eine Auswertung, die nur die vorhandenen Auszüge zusammenfasst, sieht vollständig aus und ist es nicht. Mila benennt die fehlenden Monate ausdrücklich, weil eine Lücke im Beweismittel gefährlicher ist als eine bekannte Lücke.
03
Teilzahlungen und Kündigungsschwelle§ 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB
Geprüft wird der Stand bei Zugang der Kündigung, nicht die Summe über den Zeitraum. Die Erheblichkeit bemisst sich allein nach der Gesamthöhe der beiden rückständigen Teilbeträge; unerheblich ist der Rückstand jedenfalls dann nicht mehr, wenn er eine Monatsmiete übersteigt. Der typische Fund ist eine Nachzahlung im Folgemonat, die den Verzug beseitigt hat, im Kündigungsschreiben aber weiter als Rückstand geführt wird.
04
Zahlungen Dritter§ 267 BGB
Geprüft werden Eingänge von fremden Konten: Jobcenter, Angehörige, Mitmieter, frühere Partner. Der typische Fehler ist eine Zahlung, die der Vermieter nicht zuordnen konnte und deshalb gar nicht verbucht hat — sie taucht in seiner Aufstellung als Lücke auf und in der Auswertung als Eingang. Genau dieser Abgleich verschiebt regelmäßig den behaupteten Rückstand.
Die Rechnung

Achtzehn Auszüge sind kein Beweismittel. Eine Tabelle schon.

Das Ergebnis ändert sich nicht — die Auszüge sind nur schon ausgewertet, wenn Sie die Akte öffnen. Die juristische Verantwortung bleibt, wo sie hingehört.

Ohne Mila
Ein halber Tag
Achtzehn PDFs durchgehen, jede Zahlung einem Monat zuordnen, Zahlungen Dritter erkennen, fehlende Monate auffallen lassen, Soll und Ist gegenüberstellen, Beweismittelaufstellung erzeugen.
Mit Mila
Schon erledigt
Die Tabelle steht, die Lücken sind benannt, die offene Zuordnung ist markiert statt entschieden. Bleiben fünf Minuten: Zuordnung bewerten, freigeben.

Diese Fallart entscheidet die Kündigung, ohne dass eine einzige Rechtsfrage gestellt wird — und sie wird trotzdem selten gemacht, weil achtzehn PDFs einen halben Tag kosten.

Rechtsprechung

Fünf Entscheidungen — die Fallart rechnet, aber nicht im luftleeren Raum.

Diese Seite trug lange keinen Rechtsprechungs-Block, weil keine Entscheidung einen Prüfpunkt getragen hat. Diese fünf tun es: sie bestimmen, was aus der fertigen Tabelle folgt.

BGH VIII ZR 32/20 · 08.12.2021
Die Erheblichkeit des zur fristlosen Kündigung berechtigenden Mietrückstands bemisst sich allein nach der Gesamthöhe der beiden rückständigen Teilbeträge; unerheblich ist er jedenfalls dann nicht mehr, wenn er die für einen Monat geschuldete Miete übersteigt."
✓ im Corpus, im Volltext
BGH VIII ZR 193/16 · 27.09.2017
Ist das Recht zur fristlosen Kündigung wegen Zahlungsverzugs entstanden, wird es nach § 543 Abs. 2 Satz 2 BGB nur durch eine vollständige Zahlung des Rückstands vor Zugang der Kündigung ausgeschlossen."
✓ im Corpus, im Volltext
BGH VIII ZR 231/17 · 19.09.2018
Mit § 569 Abs. 3 Nr. 2 Satz 1 BGB hat der Gesetzgeber die Fiktion geschaffen, dass bei rechtzeitiger Schonfristzahlung die durch die fristlose Kündigung bewirkte Beendigung rückwirkend als nicht eingetreten gilt."
✓ im Corpus, im Volltext
BGH VIII ZR 261/17 · 19.09.2018
Einer im selben Schreiben hilfsweise ausgesprochenen ordentlichen Kündigung darf die Wirkung nicht deshalb versagt werden, weil das Mietverhältnis bereits durch die vorrangige fristlose Kündigung sein Ende gefunden hat."
✓ im Corpus, im Volltext
BGH VIII ZR 68/17 · 21.03.2018
Bezieht sich der Vermieter auf ein Mietkonto, in das Bruttomieten und damit auch Nebenkostenvorauszahlungen eingestellt sind, macht er ohne weitere Erklärung diese Ansprüche geltend und nicht Nachforderungen aus erteilten Abrechnungen."
✓ im Corpus, im Volltext
→ seitlich scrollen
Zwei Flächen, ein Fall

Der Mandant weiß, welche Auszüge fehlen.

Das ist bei dieser Fallart die ganze Mitwirkung — und der Grund, warum sie sonst Wochen dauert.

Was Sie sehen
Monatstabelle mit Soll, Ist und Beleg
Fehlende Monate markiert
Tilgungsreihenfolge angewandt
Zahlungen Dritter kenntlich
Fertige Beweismittelaufstellung
Was Ihr Mandant sieht
Welche Monate noch fehlen
Von welchem Konto er nachweisen muss
Dass die Auswertung läuft
Keine Bewertung vor Ihrer Freigabe

Die Tabelle ist der Befund. Was daraus folgt, ist es nicht.

Die Tabelle ist ein Beweismittel, kein Urteil.

Ob eine Zahlung dem Mandanten zuzurechnen ist, kann streitig sein. Mila legt sie vor, ordnet sie nicht rechtlich zu.
Ob eine Tilgungsbestimmung vorlag, ist Auslegung — Mila wendet die gesetzliche Reihenfolge an und sagt, dass sie es tut.
Ob der Rückstand die Kündigungsschwelle erreicht, entscheidet die Fallart Kündigung, nicht diese.
Häufige Fragen

Vier Fragen aus dem Gespräch über den Stapel.

Kurz beantwortet — jede Antwort steht auf einer Norm oder einer Entscheidung von dieser Seite.

Ab welchem Rückstand darf fristlos gekündigt werden?
Maßgeblich ist die Gesamthöhe der beiden rückständigen Teilbeträge; unerheblich ist der Rückstand jedenfalls dann nicht mehr, wenn er eine Monatsmiete übersteigt (BGH VIII ZR 32/20). Entscheidend ist der Stand bei Zugang, nicht die Summe über den Zeitraum.
Hilft eine Zahlung kurz vor der Kündigung?
Nur eine vollständige Zahlung des Rückstands vor Zugang der Kündigung schließt das Kündigungsrecht aus (BGH VIII ZR 193/16). Eine Teilzahlung schiebt die Schwelle, beseitigt sie aber nicht.
Zählen Zahlungen vom Jobcenter?
Ja. Zahlungen Dritter wirken nach § 267 BGB schuldtilgend. Sie fehlen in den Aufstellungen der Vermieterseite regelmäßig, weil sie dem Mietkonto nicht zugeordnet werden konnten.
Was passiert mit einer Zahlung ohne Verwendungszweck?
Ohne Tilgungsbestimmung gilt die gesetzliche Reihenfolge des § 366 Abs. 2 BGB, im Zweifel die ältere Schuld zuerst. Ob im Einzelfall eine konkludente Bestimmung vorlag, ist Auslegung — Mila markiert die Frage, statt sie zu beantworten.
Verwandte Fallarten

Wofür die Auswertung gebraucht wird.

Die Monatstabelle ist kein Selbstzweck. Sie ist das Beweismittel in drei anderen Fallarten.

Alle siebzehn Fallarten laufen auf derselben Akte, demselben Corpus und derselben Freigabe durch Sie. Übersicht aller Fallarten

117
Entscheidungen zu den Normen, auf denen diese Fallart steht
89
davon vom Bundesgerichtshof
28 von Regionalgerichten
17.12.25
Datum der jüngsten Entscheidung
im Corpus zu diesen Normen
0
erfundene Aktenzeichen
Mila zitiert nur aus dem Corpus

Ein generisches Sprachmodell erfindet Aktenzeichen, die plausibel klingen und nicht existieren. Mila kann das nicht: Was nicht im geprüften Corpus steht, wird nicht zitiert — die Prüfung läuft vor dem Rendern, nicht danach. Corpus ansehen

Achtzehn PDFs werden zu einer Seite, die vor Gericht trägt.

Und der Unterschied zwischen „ich habe immer gezahlt" und einer belegten Monatstabelle ist der ganze Fall. Sechzehn weitere Fallarten laufen auf derselben Akte.